{"id":783,"date":"2021-09-18T00:30:00","date_gmt":"2021-09-17T22:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.erps.de\/?p=783"},"modified":"2021-09-18T00:44:53","modified_gmt":"2021-09-17T22:44:53","slug":"dune-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.erps.de\/?p=783","title":{"rendered":"Dune (2021) \u2013 Besser als sein Vorg\u00e4nger?"},"content":{"rendered":"\n<p>Das wichtigste zuerst: Wie schl\u00e4gt sich die Neuverfilmung des Kultklassikers Dune? Kurz gesagt: Es handelt sich um einen guten Film. Leider ist es nicht das erhoffte Meisterwerk geworden und ich werde meine Meinung dazu detailliert darlegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zur popul\u00e4ren Ansicht hat mir der David Lynch-Film aus dem Jahr 1984 recht gut gefallen. Es war eine recht werkgetreue Umsetzung, hatte zur damaligen Zeit bekannte Schauspieler, die gr\u00f6\u00dftenteils eine gute Leistung abgeliefert haben, pr\u00e4sentierte erwachsene Themen und war technisch nicht ganz so schlecht, wie er heute geredet wird. Problematisch wird der Film ab dem Moment, in dem Paul Atreides die F\u00fchrung der Fremen \u00fcbernimmt und von nun an im Schweinsgalopp und mit fragw\u00fcrdigen Effekten die zweite H\u00e4lfte des Buches in einer halben Stunde abhandelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Da der neue Film in weiten Teilen ein Remake Lynchs ist, muss er sich einen Vergleich damit gefallen lassen und geht dabei meines Erachtens nicht in allen Bereichen als Sieger hervor. Einige der Probleme, die ich mit der Neuverfilmung habe, sind Kleinigkeiten, und andere m\u00f6gen pers\u00f6nliche Pr\u00e4ferenzen widerspiegeln. Aber so sehr ich auch objektiv bewerten m\u00f6chte, wird die Rezeption eines Kunstwerks stets einen geh\u00f6rigen subjektiven Anteil enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir zum im wahrsten Sinne Offensichtlichen: Der Technik, insbesondere der visuellen und auditiven Umsetzung. Da ich der zweieinhalbdimensionalen Filmtechnik nichts abgewinnen kann und die englische Originalsprache bevorzuge, habe ich die 2D-OV-Version in einem kleineren Multiplex-Kinosaal gew\u00e4hlt und war ein bisschen entt\u00e4uscht. Da es ein paarmal Pixel auf der Leinwand zu sehen gab, kann ich nicht hundertprozentig ausschlie\u00dfen, dass die Technik des Kinosaals Probleme hatte, aber der Film war definitiv zu dunkel (was \u00fcblicherweise bei 3D-Versionen auftritt und eines der Probleme ist, die ich mit dieser Technologie habe), gelegentlich unscharf und zu laut.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab ganze Szenen, in denen der etwas zu bombastische Hans Zimmer-Soundtrack mehr oder weniger komplett die gleichzeitig sprechenden Akteure bis zur Unh\u00f6rbarkeit \u00fcberdeckt hat. Ein in der deutschen Synchronisation m\u00f6glicherweise nicht auftretendes Ph\u00e4nomen, was ich aber f\u00fcr einen modernen Film im Originalton schon lange nicht mehr so erlebt habe (fr\u00fcher wurde noch im Take live gesprochen, heutzutage wird das meistens auch erst nach dem Dreh eingesprochen). Sofern dies nicht auf eine schlecht eingestellte Soundanlage des Saals zur\u00fcckzuf\u00fchren ist (es gab aber genug Szenen, in denen das Problem nicht auftrat), ist das technisch nicht akzeptabel.<\/p>\n\n\n\n<p>Visuell gibt es an Dune wenig zu beanstanden, aber um ehrlich zu sein, erwarte ich das von einem Multi-Millionen-Blockbuster des Jahres 2021 auch. Es gab zu viele Szenen in Dunkelheit und insgesamt erschien mir das Bild etwas zu dunkel, aber die Spezialeffekte und die Darstellung der technischen Gadgets und der Sandw\u00fcrmer waren auf der H\u00f6he der Zeit. Hier kann der Film von 1984 naturgem\u00e4\u00df nicht mithalten, zumal er qualitative Schwankungen bei den Effekten aufwies \u2013 gerade bei den Sandwurmszenen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher sieht es also f\u00fcr Dune 2021 im Vergleich doch gar nicht so schlecht aus und so wenden wir uns den Schauspielerleistungen zu. Erfreulicherweise gewinnt der neue Film auch hier. Nahezu alle Charaktere sind gut besetzt und werden von den Schauspielern hervorragend dargestellt. Leider gibt es ein paar Gegenbeispiele und ich muss sp\u00e4ter etwas Rosinenpickerei betreiben, aber davor erst einmal das Positive: Bei allen Schauspielern, bei denen ich im Vorfeld Bedenken hatte, wurden diese in kurzer Zeit zerstreut. Umgekehrt waren die vorherigen \u201eNo-Brainer\u201c nicht unbedingt die Highlights des Films.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Probleme hatte ich im Vorfeld mit dem Darsteller Pauls. Mir erschien er wie eine Kindergartenausgabe eines kommenden Messias, der vor allem das jugendliche Emo-Publikum (ist das heute \u00fcberhaupt noch ein Ding? Bitte notfalls durch irgendwas mit J-Pop ersetzen, auf jeden Fall scheint es immer Bedarf an fragil wirkenden jungen M\u00e4nnern zu geben) ansprechen soll. Was soll ich sagen? Timoth\u00e9e Chalamet war Paul Atreides durch und durch und hundertmal besser als Kyle MacLachlan im Jahr 1984. Den Einwand, dass dies nicht besonders schwer sein d\u00fcrfte, weil MacLachlan der gr\u00f6\u00dfte Schwachpunkt des alten Films war, lasse ich gelten, schm\u00e4lert aber nicht die grandiose Leistung Chalamets. Paul ist zu Beginn eben ein fragiler junger Mann, der mit seinen Visionen und seiner kommenden Rolle nicht zu recht kommt und diesen schmalen Grat zwischen eigentlich unerfahrenem Jugendlichen und gez\u00fcchtetem Supermenschen mit unglaublichen Fertigkeiten meistert der Schauspieler hervorragend.<\/p>\n\n\n\n<p>Hervorzuheben sind weiterhin Jason Momoa, der den 1984 von Richard Jordan komplett farblos gespielten Duncan Idaho furios zu Leben erweckt, und Zendaya als Chani, auch wenn sie in diesem ersten Film noch recht wenig zu sagen hatte. Gerade Zendaya empfand ich in ihren bisherigen Rollen als schauspielerische Nulpe, aber eine der Gaben Denis Villeneuves ist es offenbar, seine Akteure zu H\u00f6chstleistungen zu inspirieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Oscar Isaac als Leto war in meinen Augen keinen Deut besser als J\u00fcrgen Prochnov, aber auch nicht wirklich schlechter und dies gilt f\u00fcr die meisten anderen Vergleiche auch. Es gibt ein paar Ausnahmen und eine davon ist leider Lady Jessica. Rebecca Ferguson ist eine gute Schauspielerin, aber in diesem Film komplett fehlbesetzt. Zudem muss sie auch noch ihre Rolle falsch darstellen, was ich dem Drehbuch zuschreibe. Ferguson ist zw\u00f6lf Jahre \u00e4lter als Chalamet und stellt seine Mutter dar. Normalerweise kein Problem (in Dune 1984 betrug der Altersunterschied zwischen den Schauspielern auch nur 14 Jahre), aber sie wurde j\u00fcnger geschminkt statt \u00e4lter und muss \u2013 aus welchen Gr\u00fcnden auch immer \u2013 recht oft eine emotionale und instabile Frau darstellen, der zudem Basiswissen \u00fcber die Welt zu fehlen scheint. Sie ist verdammt noch mal eine Bene Gesserit, komplett ausgebildet, kenntnisreich und selbstbeherrscht. Ja, ihre Liebe zu Leto und Paul gibt ihr eine \u201eSchw\u00e4che\u201c, aber 1984 gelang es der Darstellerin Francesca Annis deutlich besser, die \u2013 bis auf den Tod Letos \u2013 stets beherrschte und staatstragende \u201eHexe\u201c und Konkubine Letos mit Leben zu f\u00fcllen. Zudem war sie die Mentorin ihres Sohnes und wurde nicht durch ihn per \u201eStimme\u201c kontrolliert oder belehrt, wie sie auf Arrakis zu laufen hat. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Umsetzung der \u201eStimme\u201c im alten Film wesentlich besser war als 2021, aber dies ist nur eine der \u201eKleinigkeiten\u201c, die ich zu Beginn ansprach. Wer genau darauf achtet, wird gegen Ende des neuen Filmes auch eine merkw\u00fcrdige Szene zwischen Mutter und Sohn wahrnehmen, von der ich mich frage, was dabei intendiert werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich das derzeit so beliebte Gender\/Race\/Whatever-swapping beliebter oder bekannter Charaktere f\u00fcr im besten Fall unbedeutend, im schlimmsten Fall peinlich halte und dieses Pochen auf erzwungene Repr\u00e4sentanz f\u00fcr absurd. Wenn ein Mensch sich nur in \u201esich selbst\u201c hineinversetzen kann, ist das ein wirklich schlimmes Zeichen f\u00fcr fehlende Empathie und ich konnte beispielsweise bei Moonlight (2016) von ganzem Herzen sehr h\u00e4ufig heulen. Dune kann sich von diesem Trend naturgem\u00e4\u00df nicht l\u00f6sen, da die betroffenen Figuren aber Nebencharaktere sind, es sich um Fantasy (ja, Dune ist mehr Fantasy als Science-Fiction) handelt und auf einem W\u00fcstenplaneten beispielsweise dunkelh\u00e4utige Einwohner zu erwarten sind, f\u00e4llt dies nicht weiter negativ auf (im Gegenteil war in diesem Fall der Film im Jahr 1984 nicht gerade auf der H\u00f6he der Zeit). Es gibt aber einen Fall, der \u2013 Achtung Rosinenpickerei \u2013 meines Erachtens nicht gut gel\u00f6st wurde: Der planetare \u00d6kologe Liet Kynes wird durch eine Frau dargestellt. Dass sie schwarz ist, ist in diesem Zusammenhang sogar positiv, am besten w\u00e4re n\u00e4mlich die Besetzung durch einen dunkelh\u00e4utigen m\u00e4nnlichen Darsteller gewesen. Erfahrungsgem\u00e4\u00df kennen die meisten Kinozuschauer die Hintergrundgeschichte der Nebenfiguren nicht und haben im besten Fall das erste Buch gelesen. Nun erscheint es mir aber so, dass Villeneuve durchaus plant, die ganze Reihe zu verfilmen und in so einem Fall sollten die verwandtschaftlichen Beziehungen der Charaktere langfristig durchaus eine Rolle spielen. Liet Kynes ist der Vater Chanis, der zuk\u00fcnftigen Konkubine Pauls und somit der Gro\u00dfvater des Gottkaisers des W\u00fcstenplaneten. Als Mutter kann die neue Liet aber leider nicht durchgehen, da sie viel zu jung ist und demzufolge geht hier etwas verloren, was sp\u00e4ter vielleicht eine Rolle h\u00e4tte spielen k\u00f6nnen. Das ist meines Erachtens schade.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt aber noch ein anderes Problem mit der Rolle. Auch der neue Dune stellt die feudale Welt des Jahres 10191 relativ realistisch dar: M\u00e4nner und Frauen sind sehr stark rollentypisch festgelegt. Bis auf die Bene Gesserit als m\u00e4chtige Hexen (und selbst die m\u00fcssen sich an die Regeln halten) haben Frauen Rollen als Kammerdienerinnen und M\u00fctter. Ja, es gibt weibliche Leibwachen f\u00fcr Lady Jessica, aber dies kann ja noch durch praktische Erw\u00e4gungen erkl\u00e4rt werden. Ansonsten sind alle \u201eakademischen\u201c und vor allem m\u00e4chtigen Positionen mit M\u00e4nnern besetzt. Und aus diesem Grund wird der imperiale Chef\u00f6kologe des wichtigsten Planeten der Galaxis \u2013 in diesem fiktiven Universum \u2013 ein Mann sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Schwierigkeiten habe ich aber mit einigen spezifischen Szenen bzw. Plotpoints, die schlechter als im alten Film umgesetzt wurden. Es geht nicht um die Umsetzung des Buches an sich, da sind beide Filme nah beieinander und Dune 2021 nimmt sich sogar noch mehr Zeit f\u00fcr die Geschichte als der Film von 1984. Es sind oftmals Designentscheidungen, die getroffen wurden, um sich von der alten Verfilmung abzusetzen, aber leider handelt es sich sehr oft um Dinge, die damals schon gut waren und nun verschlimmbessert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt ist Dune 2021 leider ein FSK 12-Film (1984 war es FSK 16). In einem modernen Film erwarte ich ja schon gar keine Nacktheit mehr, geschweige denn wirklich kunstvolle erotische Momente, aber in einem Kriegsfilm so gut wie keine Brutalit\u00e4t zu zeigen bzw. schamvoll wegzublenden, ist mir pers\u00f6nlich zu wenig. Auch den Horror und die Perversit\u00e4t des Hauses Harkonnen nicht mehr so detailliert zu zeigen, ist ein Verlust. Ja, der 1984er Baron Harkonnen war etwas zu l\u00e4cherlich dargestellt, aber wenigstens hat er seinem Diener den Lebensst\u00f6psel herausgezogen und sich daran sexuell erfreut, was sehr viel dazu beigetragen hat, die Figur zu hassen. Es ist wirklich schade, dass heutzutage anscheinend kein Bedarf mehr an dem Zeigen menschlicher Abgr\u00fcnde zu bestehen scheint und Kino f\u00fcr Erwachsene nicht mehr stattfindet. Unter der Pr\u00e4misse frage ich mich aber, wie Villeneuve die weiteren f\u00fcnf B\u00e4nde des Dune-Zyklus verfilmen m\u00f6chte, da sie eine Ansammlung sexueller, psychischer und physischer Ausbeutungen darstellen und generell nicht als leichte Kost angesehen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um auf den Punkt zu kommen: Die Kampfszenen sind unblutig und langweilig. W\u00e4hrend im alten Film die Truppen der Atreides trotz Sabotage durchaus noch kampff\u00e4hig waren, handelt es sich hier nur um ein Gemetzel (ohne ein Gemetzel zu zeigen). Besonders peinlich, wenn kurz vorher noch erkl\u00e4rt wird, dass Haus Atreides die besten Soldaten der Galaxis neben den Sardaukar stellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch nicht sehr gut ist die erste Szene mit einem Sandwurm. W\u00e4hrend im Film von 1984 der Carrier, der den Sandcrawler (Erntemaschine) abholen soll, gar nicht kommt, weil er vermutlich sabotiert wurde, fliegt hier der rettende Carrier ein und scheitert dann, weil er eine Hebevorrichtung nicht einsetzen kann. Wirklich? Also wenn ich Ingenieur f\u00fcr ein derartiges Flugger\u00e4t w\u00e4re, was unter extremen Bedingungen ein Riesengewicht heben muss, dann hat der Carrier mindestens einen redundanten Hebearm. Oder ich setze eben standardm\u00e4\u00dfig immer zwei Carrier ein, wenn ein Notfall eintritt. Kleinigkeit? Sicher. Aber im Zusammenspiel mit der Tatsache, dass die 21 M\u00e4nner der Crawler-Besatzung durch Ornithopter gerettet werden m\u00fcssen, w\u00e4hrend ein riesiges Flugger\u00e4t, das sie alle h\u00e4tte aufnehmen k\u00f6nnen, einfach so wegfliegt, ist absurd. Ich w\u00fcrde \u00fcbrigens erwarten, dass nur der Teil der Erntemaschine, der die Besatzung und das bereits geerntete Spice enth\u00e4lt, jederzeit abgekoppelt und separat gerettet werden kann, aber dies hat nicht mal Frank Herbert so beschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Um in dieser Szene so etwas wie Spannung aufkommen zu lassen, muss Paul nat\u00fcrlich eine Vision kriegen und dadurch im Sand zur\u00fcckbleiben und gerettet werden. Zus\u00e4tzlich war das erstmalige Auftauchen des Sandwurms im alten Film beeindruckend, w\u00e4hrend hier nur das mit Sand bedeckte Maul gezeigt wird. Leider eine Entt\u00e4uschung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls schlechter als im Film von 1984 ist die Pr\u00fcfungsszene Pauls durch die ehrw\u00fcrdige Mutter. Der damalige Trick, seine verbrennende Hand durch den Kasten hindurch zu zeigen, war \u2013 wenn auch tricktechnisch suboptimal \u2013 deutlich pr\u00e4gnanter als das Verbrennen des Armes in einer \u201eNeben\u201c-Vision zu zeigen. Gerade in dieser Szene werden auch die Schw\u00e4chen in der Charakterisierung Jessicas deutlich und auch die Figur der ehrw\u00fcrdigen Mutter Gaius Helen Mohiam (\u00fcbrigens die Gro\u00dfmutter Pauls) ist kaum bedrohlich im Vergleich zur ersten Verfilmung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Darstellung der nicht mehr als menschlich anzusehenden Navigatoren ist in der Erstverfilmung wesentlich besser gelungen, ein Umstand, den ich wie bereits beschrieben, dem FSK-Siegel zuschreibe.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders auff\u00e4llig ist die stiefm\u00fctterliche Behandlung der beiden Vertrauten Thufir Hawat und Doctor Yueh. Hawat findet bei Villeneuve prinzipiell \u00fcberhaupt nicht statt. Der Verr\u00e4ter Yueh wird 1984 in vielen Szenen als zum inneren Zirkel geh\u00f6rig gezeigt und seine Motivation deutlich besser pr\u00e4sentiert. Im neuen Film hat er zwei unbedeutende Auftritte, bevor er die Technik sabotiert, Leto ausschaltet und Paul und Jessica bet\u00e4ubt. Dies f\u00fchrt direkt zu der recht bekannten Szene, in der Leto mit dem durch Yueh implantierten Giftzahn versucht, Baron Harkonnen zu t\u00f6ten. In beiden F\u00e4llen scheitert er, aber im neuen Film erschlie\u00dft sich \u00fcberhaupt nicht, wieso der Baron diesen Giftgasangriff \u00fcberlebt haben sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Invasion des W\u00fcstenplaneten durch die Harkonnen k\u00f6nnen Lady Jessica und Paul den H\u00e4schern, die sie in der W\u00fcste aussetzen, entkommen. Doch warum passiert dies \u2013 obwohl beide sediert sind \u2013 in direkter Nachbarschaft zur gerade bombardierten Hauptstadt? Wo sie jeder sehen kann? Wo es eine direkte Kommunikation zwischen den Harkonnen-Schiffen geben sollte? \u00dcber mehrere Umwege landen sie letztlich doch in der W\u00fcste. Warum? Damit Jason Momoa eine Bad-Ass-Szene haben kann (die gut ist, keine Frage)? Durch diese \u00fcberfl\u00fcssige Verl\u00e4ngerung der geplanten Aussetzung und dem unvermeidlichen Entkommen ergeben sich so viele logische Probleme: Wie k\u00f6nnen sie \u00fcber \u201eDeus Ex Machina\u201c st\u00e4ndig gefunden werden? Und wieso, wieso, wieso ziehen die beiden ihre Fremenanz\u00fcge erst ganz am Ende direkt in der W\u00fcste an, obwohl sie eine ganze Nacht Zeit in einem Spezialzelt hatten und sich anschlie\u00dfend lange in einem Labor aufhalten?<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die erste Szene mit einem komplett gezeigten Sandwurm ist belanglos, da komplett dunkel und nicht wirklich bedrohlich. Sicherlich liegt das aber auch daran, dass wir alle seit Jahren an riesige CGI-Monster gew\u00f6hnt sind und Dune hier naturgem\u00e4\u00df auch nicht neues zeigen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies \u2013 und noch einige Dinge, die ich leider aus der Erinnerung nicht mehr im Detail abrufen kann \u2013 f\u00fchrt dazu, dass ich Dune maximal als gut, aber nicht als herausragend bezeichnen m\u00f6chte. Auf IMDB w\u00fcrde ich dem Film 7 von 10 Punkten geben, was im \u00dcbrigen auch meiner Bewertung f\u00fcr den 1984er Film entsprechen w\u00fcrde. Etwas detaillierter heruntergebrochen h\u00e4tte die Neuverfilmung leicht die Nase vorn (73\/100 zu 70\/100 etwa) und ich bin mir sicher, dass ich den Film etwas wohlwollender betrachten werde, wenn ich ihn nochmal sehe. Und ich m\u00f6chte betonen, dass es schon ein Riesenfortschritt ist, wenn es wieder gute Science-Fiction-Filme im Kino gibt, die nicht das ausgelutschte und uns\u00e4gliche Superheldenthema aufkochen (auch wenn argumentiert werden kann, dass Paul ein Superheld ist). Letztlich gilt also, dass ich Dune empfehlen kann und auch dazu rate, sich den Film im Kino anzuschauen. Tats\u00e4chlich hoffe ich darauf, dass sich die Serie ab dem zweiten Teil \u2013 so denn weitere Teile kommen m\u00f6gen \u2013 von der alten Verfilmung emanzipiert und ihr ganzes Potential entfalten kann. Wann auch immer der n\u00e4chste Teil in die Kinos kommt, werde ich mich freudig dem Spektakel hingeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das wichtigste zuerst: Wie schl\u00e4gt sich die Neuverfilmung des Kultklassikers Dune? Kurz gesagt: Es handelt sich um einen guten Film. Leider ist es nicht das erhoffte Meisterwerk geworden und ich werde meine Meinung dazu detailliert darlegen. 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